Der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) Zuschuss ist ein Instrument, das Unternehmen und dessen Investitionen in vielen Teilen Deutschlands fördert, um die regionale Wirtschaftsentwicklung zu stärken. Zugangsvoraussetzungen, Förderschwerpunkte und Konditionen variieren dabei je nach Bundesland bzw. Region zum Teil stark.

Förderschwerpunkte und Innovationsförderung

Ein Schwerpunkt des GRW-Zuschusses liegt in der gezielten Förderung von Investitionen in Innovation und Umweltschutz. Unternehmen, die in nachhaltige Technologien investieren, können auf finanzielle Unterstützung hoffen. Dieser Fokus auf zukunftsweisende Projekte ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Weiter steht die Behebung von Strukturschwächen und damit verbunden der Aufbau von Arbeitsplätzen im Vordergrund. In der Folge besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Schaffund (oder Sicherung) von Arbeitsplätzen und der Förderhöhe.

Zuschusshöhe und Schaffung von Arbeitsplätzen

Die Höhe des GRW-Zuschusses variiert je nach Projekt und Region. Die Gebietskarte des BMWK weist dabei die unterschiedlichen Förderregionen innerhalb Deutschlands aus. Es wird deutlich, dass besonders Nord- und Ostdeutschland profitieren, für den Süden der Republik jedoch weniger Förderbedarf ausgewiesen wird. Die Förderregionen C und D innerhalb des GRW-Zuschusses spielen eine entscheidende Rolle bei der gezielten Strukturstärkung in Deutschland. In diesen Förderregionen sind die Herausforderungen besonders vielschichtig. Unternehmen in Region C haben mit gravierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, die eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit erschweren. In Region D stehen strukturschwache Gebiete vor der Herausforderung, dringende Entwicklungsbedarfe zu bewältigen, um eine langfristige wirtschaftliche Stabilität zu erreichen.

Zugangsvoraussetzungen

Auch in Bezug auf die Zugangsvoraussetzung sowie die zugelassene Projektausgestaltung ergeben sich unterschiede. Je nach Region sind beispielsweise unterschiedliche Mindestinvestitionsvolumina vorgesehen. In Schleswig-Holstein liegt dieses zum Beispiel derzeit bei T€ 250. Zudem ist der „Wert eines Arbeitsplatzes“ je nach Region unterschiedlich. Ein sog. „Dauerarbeitsplatz“ (DAP) wird beispielsweise in Schleswig-Holstein mit T€ 30 bewertet. Die Einbringung von Eigenkapital oder Eigenmitteln stellt zudem meist eine Bedingung dar. Der erwartet Wert liegt in Schleswig-Holstein bei 10%. Weiter sind nicht alle Investitionsbestandteile grundlegend förderfähig. So sind beispielsweise Grundstücke und oder gebrauchte Wirtschaftsgüter nicht in die förderfähigen Ausgaben einzubeziehen und somit von der GRW-Förderung ausgeschlossen.

Antragsverfahren und Bürokratie

Der Antrag auf den GRW-Zuschuss kann, wie bei vielen Förderprogrammen, einen gewissen bürokratischen Aufwand mit sich bringen. Die genaue Komplexität des Antragsverfahrens hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art und Größe des Projekts sowie die spezifischen Anforderungen des Förderprogramms.

So sind zumindest folgende Schritte (beispielhaft für den Antrag in Schleswig-Holstein) zu bewältigen:

 

  • Projektkonzept erstellen: Eine detaillierte Beschreibung des geplanten Projekts ist erforderlich. Dies umfasst Informationen über die Art der Investition, die geplanten Maßnahmen, die erwarteten Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen.
  • Erfüllung der Zugangsvoraussetzungen: Sicherstellen, dass das Projekt den Zugangsvoraussetzungen entspricht, die für die GRW-Förderung festgelegt sind. Dazu gehören in der Regel die Einhaltung bestimmter Kriterien, die zur Verbesserung der regionalen Wirtschaft beitragen.
  • Antragsformulare ausfüllen: Die spezifischen Antragsformulare müssen ausgefüllt und eingereicht werden. Hierbei ist es wichtig, alle erforderlichen Informationen korrekt und vollständig anzugeben.
  • Projektfinanzierung darlegen: Die Finanzierung des Projekts muss transparent dargelegt werden. Dies umfasst sowohl die Eigenmittel des Unternehmens, dessen Einbringung häufig eine Bedingung darstellt, als auch die Höhe des beantragten Zuschusses.
  • Nachweise und Dokumente bereitstellen: Je nach Art des Projekts und den Anforderungen des Förderprogramms können zusätzliche Nachweise und Dokumente erforderlich sein. Dies können beispielsweise Kostenvoranschläge, Umweltauswirkungsanalysen oder andere projektbezogene Unterlagen sein.
  • Kontakt mit den Förderstellen: Es kann hilfreich sein, frühzeitig Kontakt mit den zuständigen Förderstellen in Schleswig-Holstein aufzunehmen, um Unklarheiten zu klären und Unterstützung bei der Antragstellung zu erhalten.

 

Antragsteller sollten sich im Vorfeld gründlich über die Bedingungen und Prozesse informieren, um den Antragsprozess so reibungslos wie möglich zu gestalten. Im Anschluss an die Antragsphase beginnt der Mittelabruf, in dem ebenfalls entsprechende Belege, Nachweise oder Rechnungen darzulegen sind. Falls Unsicherheiten bestehen, kann die Beratung durch Fachleute oder Experten, die mit Förderprogrammen vertraut sind, sinnvoll sein.

Vorzeitiger Maßnahmenbeginn

Extrem wichtig ist, wie beinahe immer im Fördermittelbereich, dass erst nach Eingang des Zuwendungsbescheides mit der Investition begonnen wird. Selbst der Abschluss von Verträgen wird meist bereits als Beginn des Vorhabens ausgelegt, sodass eine Förderung ganz oder in Teilen versagt werden kann. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn kann jedoch unter gewissen Voraussetzungen beantragt werden, sodass bereits während der Bearbeitung des eigentlichen Förderantrages mit der Maßnahme begonnen werden kann.

Fazit

Der GRW-Zuschuss in Deutschland bietet insbesondere in strukturschwachen Regionen Chancen für Unternehmen die Rentabilität von Investitionen zu erhöhen und parallel die regionale Wirtschaft zu stärken. Der bürokratische Aufwand in der Antragsphase sowie während es Mittelabrufes, ist jedoch nicht zu unterschätzen. Weiter ist die genaue Höhe des Zuschusses kaum aus dem stehgreif zu bestimmen und es müssen Zugangsvoraussetzungen, wie beispielsweise die Einbringung von Eigenkapital, die Überschreitung einer Mindestinvestitionssumme sowie die Einstellung weiterer Arbeitnehmer, erfüllt werden. Eine transparente Kommunikation mit der Bewilligungsstelle sowie die detaillierte Recherche der Voraussetzungen erhöhen die Chancen der Bewilligung enorm.